<Maison Davidoff, Basel, 2011–2017

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Der Neubau des Hauptsitzes des Familienunternehmens Oettinger Davidoff AG an der Nauenstrasse 73 nahe des Basler Centralbahnhofs ersetzt das Firmengebäude von 1930 an derselben Stelle. Die Substanz des mehrfach umgestalteten Altbaus genügte den Anforderungen des Maison Davidoff nicht mehr. Mit dem Neubau entstehen kommunikative Arbeits- und Repräsentationsräume auf sieben Geschossen, die durch Treppen und Aufzüge verknüpft sind. Die Hülle rund um das Haus schafft neue Voraussetzungen für die Arbeit am Basler Hauptsitz von Oettinger Davidoff.

Der Neubau benötigt gegenüber der Nauenstrasse, einer der Hauptverkehrsachsen von Basel, die Eigenschaften eines Schirmes. Umgeben von hochwertigen, aber etwas kalt und abweisend anmutenden Bürohäusern soll er zugleich die einladende Kultur von Davidoff in diesem Stadtraum zum Ausdruck bringen.

Das Maison Davidoff ist als mehrstöckige langgestreckte Halle mit Attikageschoss konzipiert, die an der Strasse entlang geführt wird und zur Ecke der Parzelle hin geschwungen ist. Ihre besondere Gestalt schöpft diese einfache Grundform aus der plastischen Kontur und Anordnung ihrer vorfabrizierten tragenden Stützen aus lasiertem Stahlbeton. Wie Figuren eines in regelmässigen Abständen aufgestellten Chors umstellen sie einen unterschiedlich möblierten Innenraum. Die Einzelfigur der Stütze rückt gegen aussen hin in den Zusammenhang der Gruppe, der Serie, die dem Stadtraum neue Aufmerksamkeit schenkt. Die einzelne Stütze wie die Gruppe wenden sich ebenso nach innen, sie werden zum ersten Gegenüber beim Ausblick auf die Fassaden der Nachbarn und in die städtischen Grünräume.

Auf der Rückseite des Gebäudes mit seiner achtzig Meter langen Strassenfront erstreckt sich eine tiefergelegene Gartenpartie, die von einem Wohnbau an der Lindenstrasse gefasst wird. Den Garten mit Bäumen und Sitzplätzen gestaltete das Büro August Künzel Landschaftsarchitekten. An der Nauenstrasse trennt eine nach zwei Seiten ausgerichtete Loggia den Neubau vom Nachbargebäude, das noch an den Vorgängerbau erinnert. Hinter einem Tor führt eine Freitreppe in den Garten. Während der Neubau in seiner Grundform die vorgefundenen städtebaulichen Bedingungen bestätigt, schafft er im Haus neue horizontale und vertikale Vernetzungen. Open-Space-Flächen mit Fensterarbeitsplätzen münden an den beiden Enden des Baukörpers in Aussenräume, die sich durch die plastisch gestaltete Fassade zur Umgebung öffnen.

Die äussere Struktur des Volumens beruht auf dem repetitiven Motiv der tragenden Stütze im Zusammenspiel mit den fein modellierten Geschossbändern aus Brüstungen und Gesimsen, das durch den Wechsel von Licht und Schatten stetig nuanciert wird und an Körperlichkeit gewinnt. Die Farbgebung der lasierten Sichtbetonoberflächen des Tragwerks, der Guss- und Steinböden, Metallrahmen, welche die Verglasungen der rundum laufenden Fenster halten, und Metallgeländer in warmen dunklen Brauntönen verleihen dem Haus seinen eigenen, intensiven Charakter. Anders als ein weiteres, ebenfalls in Braun gehaltenes, grösseres Verwaltungsgebäude an der Nauenstrasse, die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), erscheint der Bau nicht vom Boden gelöst, und seine Hülle wirkt, als ob sich in ihr der Erdboden widerspiegele. So ist das Maison Davidoff trotz seiner eleganten städtischen Allüre auch mit der Natur verbunden, die im Zentrum der Tabakwarenproduktion von Oettinger Davidoff steht.

Die runden Betonstützen sind gegen oben und unten verjüngt. Die bauchigen Schäfte und die Interkolumnien gliedern die transparente Fassade umlaufend. Nur im zurückspringenden Attikageschoss werden die Stützenserien durch eine Terrasse mit Pflanzen abgelöst.

Die Mitarbeiter und die Leitung der Firma teilen sich dasselbe Foyer und Treppenhaus. Die Arbeitsbereiche werden durch Showrooms, Zigarren-Lounges und eine Cafeteria sowie eine Autoeinstellhalle mit 24 Parkplätzen ergänzt.

Datum: 2011-2017
Bauherr: SRB Immobilien
Nutzer: Oettinger Davidoff AG
Ort: Nauenstrasse 73, 4052 Basel, Schweiz
Planungsgebiet BGF: Oberirdisch: 4690 m², Unterirdisch 2977 m²
Geschossfläche GF: Gesamt 7667 m² (SIA 416)
Programm: Büros
Bauingenieur: Schnetzer Puskas Ingenieure Basel
Landschaftsarchitekt: August + Margrith Künzel Landschaftsarchitekten Basel
Technische Gebäudeplaner: Aicher de Martin Zweng Luzern, Technik im Bau Luzern, Pro Engineering Basel
Licht- und Mediendesigner: Reflexion Zürich
Fassade: Neuschwander + Morf Basel
Bauphysik: Wichser Zürich

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