<Atelierwohnhäuser Isteinerstrasse, Basel, 1997–2003

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Die 11 Wohnhäuser liegen in der Theobald-Baerwald Gasse, einer ursprünglich zur Erschliessung von Gewerbebauten angelegten schmalen Gasse im Hof eines Kleinbasler Blocks an der Isteinerstrasse. Über die Gasse schauend, stehen den neuen die älteren Häuser der Blockrandbebauung gegenüber. Auf der anderen Seite reihen sich, über einen grossen reich bepflanzten Garten hinweg in einiger Distanz zu erblicken, die Zimmer eines vor kurzem errichteten Hotels.

Im Zentrum des Entwurfs stand die Idee, in den Häusern Wohnen und Arbeiten auf vielfältige Weise zu organisieren und dem Zusammenspiel räumlich Ausdruck zu verleihen. Die aneinandergebauten Häuser besitzen einen Eingang an der Gasse und einen zweiten auf der Gartenseite. Beide führen, wenn gewünscht, zum erdgeschossigen Atelier. Eine Kaskade einläufiger Treppen durchmisst die ganze Haustiefe und erschliesst die zwei folgenden Etagen, deren oberste an einen Balkon und an eine Terrasse stösst. Das Erdgeschoss kann als ein einziger grosser Raum, getrennt und unabhängig von den Aktivitäten in den Obergeschossen, oder in Einheit mit den oberen Etagen genutzt werden. Die Apparate der Küche können auf der der Eingangsebene und oben angeschlossen werden. Ob Atelier oder Wohnraum, die untere und die oberen Geschossebenen können von einem Nutzer oder von verschiedenen Nutzern, von innen oder aussen kommend, in Gebrauch genommen werden. Das Erdgeschoss mit der Fensterfront kann so zur eigenen Adresse werden.

Die Häuser unterscheiden sich vom gängigen Muster, wo ein Typ sich mehrmals identisch wiederholt. Die Häuser sind als Reihenhäuser erlebbar, aber auch als eigenständige Gebäude. Ihre Grenzen werden von einer partiellen weissen Farbgebung, einem Anstrich überspielt, sodass sich die  weisse Gruppe von Häusern von der anderen mit unbehandelten Wänden abhebt. Auf der Höhe der Dachterrasse führen Mauern unterschiedslos die deutliche Trennung zwischen den einzelnen Häusern herbei.

Das Spiel der widersprüchlichen Eigenschaften erzeugt eine eigenartige Dichte. Die im Verhältnis zum Gesamtmass der Fassadenfläche fast übergross eingeschnittenen Fenster, ihre unregelmässige Verteilung und die unterschiedlichen Kontraste der Gläser zu den Wandflächen führen zu mehrstimmigen Wirkungen der beinahe ebenen Fassaden, als nähme man sie zur selben Zeit aus der Nähe und Entfernung wahr, und erzeugen unterschiedliche Eindrücke, die sich in einem Bild überlagern.

Datum: 1997-2003
Bauherr: Baukonsortium Stücki
Ort: Isteinerstrasse 90-96A, 4058 Basel
Geschoßflächen: 2431m2
Programm: 11 Atelierwohnhäuser
Generalunternehmer: Batigroup, Basel
Landschaftsarchitekt: August + Margrith Künzel Landschaftsarchitekten

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1 SIT ISTEINER
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2 GRU EG ISTEINER
3 GRU OG ISTEINER
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5 SCHN ISTEINER
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